Suchet der Stadt Bestes!

Pfr. J. Schwartz, Lastrup

Mitten hinein in die neuen Herausforderungen und zwischen die Corona-Eilmeldungen spricht mich ein Wort aus dem Alten Testament an. Beim Propheten Jeremia heißt es:
„Suchet der Stadt Bestes und betet für sie“. (Jeremia 29,7).
Für mich bedeutet das unter anderem: Verantwortung vor Gott und den Menschen!Das markiert dieser Satz. Und das gilt in besonderer Weise in den Herausforderungen unserer Tage.
Wie durch ein Brennglas gesehen bündeln sich in dieser Situation menschliche Verhaltensweisen der positiven wie der negativen Art. Neben der Haltung „Jeder ist sich selbst der Nächste“ gibt es Mut machende Beispiele der Verantwortungsübernahme für andere. Und so möchte ich Danke sagen:

  • Danke an all diejenigen, die dafür sorgen, dass Kranke, Alte und Menschen mit Behinderung versorgt werden.
  • Danke an all diejenigen, die die Supermärkte beliefern, die Kartons auspacken und Waren einsortieren.
  • Danke an die Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Betreuungskräfte, die zur Notversorgung für Kinder bereitstehen.
  • Danke an die Politikerinnen und Politiker, an die Verwaltungskräfte Mitarbeitenden, die sich hoffentlich gut beraten lassen und Entscheidungen treffen, die uns helfen.
  • Danke an die Mitarbeitenden bei Zeitung und Radio, im Fernsehen und in den „sozialen Kanälen“, die ihren Dienst machen und uns Nachrichten liefern.
  • Danke an die Paketdienste und die Postzustellenden, die uns versorgen mit Sachen, mit Briefen und Mitteilungen.
  • Danke an die Notdienste bei Feuerwehr, Polizei, Telefon und Heizung.

Ich könnte noch lange weitermachen. Und merke: Eigentlich ist das ganz einfach, „Danke“ zu sagen. Deswegen möchte ich mich heute einfach nur bedanken.Bei all denjenigen, die in dieser schwierigen Zeit ihren Mann und ihre Frau stehen. Bei all denen, die dafür sorgen, dass ich auch in Krisenzeiten sicher bin: Es wird weiter gehen.

Und ich merke: Mein Dank reicht noch weiter:

  • Danke sage ich meiner Familie und meinen Freunden. Ganz egal, wie blöd ich mich verhalten habe; sie waren für mich da.
  • Danke sage ich unseren Nachbarn für die kleinen Gespräche quer über den Gartenzaun. Sie gaben und geben mir ein Gefühl von Heimat und Vertrautheit und Normalität.
  • Danke sage ich meinen Kollegen, dass wir unterschiedlicher Meinung sein können und uns trotzdem immer wieder unterstützen.

Und ich bedanke mich heute bei all denen, die Trost spenden; die Hoffnung geben;die einfach da sind; die Einkäufe für andere erledigen; die anrufen und fragen: „Wie geht es Dir?“; die eine Nachricht auf das Handy schicken oder eine E-Mail schreiben … und so ein Lebenszeichen senden und Anteilnahme zeigen.

Danke.

All das sind Zeichen der Sorge für den Nächsten. Das ist Eintreten für den Nächsten.

Das ist Barmherzigkeit und Nächstenliebe pur. Gerade jetzt geht es nicht um ängstliche Hysterie, sondern um ein Handeln in Nächstenliebe und in ruhiger Verantwortlichkeit.

Gut überlegte Maßnahmen und die tägliche Situationsanalyse auf der einen Seite und das Gebet für erkrankte und gesunde Menschen auf der anderen Seiten – beides gehört zusammen.

Manch einer denkt an den Liedvers von Jochen Klepper: „Die Hände, die zum Beten ruhn, die macht erst stark zur Tat. Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.“ (Evangelisches Gesangbuch, EG 457,11)

Darum: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie.“

Bleiben Sie behütet.

Mit einem herzlichen Gruß

Jürgen Schwartz, Pfarrer in Lastrup und Lindern

 

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