Aktuelles

Ehemaliger Kreispfarrer Michael Braun als Superindendent in der Ev. Kirche im Rheinland  eingeführt

v.l.: Präses Manfred Rekowski, Michael Brauns Vorgänger Jürgen Knabe, Michael Braun, Bischof Adomeit und links im Hintergrund der katholische Kreisdechant Christoph Bersch. Präses Manfred Rekowski segnet Michael Braun ein.

„Mit so einer großen Abordnung aus meinem ehemaligen Kirchenkreis habe ich gar nicht gerechnet“, freute sich Michael Braun über die zahlreichen Gemeindeglieder, die sich mit unserem Bischof Thomas Adomeit zu seiner Einführung als Superintendent des Kirchenkreises „An der Agger“ im Bergischen Land mit Sitz in Gummersbach auf den Weg gemacht hatten.

In der voll besetzten Wiehler Kirche feierten 380 Menschen einen bewegenden Gottesdienst, der live ins evangelische Gemeindehaus übertragen wurde. Zunächst wurde Michael Brauns Vorgänger, Superintendent Jürgen Knabe vom Präses der rheinischen Kirche, Manfred Rekowski, von seinem Amt entpflichtet.

Zum Amt eines Superintendenten sagte der Präses: „Das größte Maß an Wertschätzung, das man als Superintendent bekommen kann, ist das geschenkte Vertrauen.“  Die Leitung eines Kirchenkreises sei die herausforderndste Arbeit, die in der Kirche zu vergeben sei. Ein Superintendent habe zwar keine direkte Macht, aber er verfüge über Argumente, er könne geistliche Impulse setzen, und er könne widersprechen.

Rekowski wünschte dem 50-jährigen neuen Superintendenten „Weisheit, Geistesgegenwart, Fantasie, Geduld – und auch Vergesslichkeit, was manche Sitzung und manchen Konflikt angeht. Nach der Einführung hielt Michael Braun seine erste Predigt als neuer Superintendent über Matthäus 20, 1-16 (Arbeiter im Weinberg). „Darf es noch ein bisschen mehr sein?“, lautet Brauns Einstiegsfrage. Mehr essen, mehr besitzen, mehr arbeiten, mehr haben, immer mehr – auch, um der Angst bei Veränderungen zu begegnen. Dieses „Immer mehr“ sei zu viel für den Menschen und die Umwelt. Bei Gott gebe es stattdessen „einfach nur genug“. Genug   Hoffnung, Liebe und Vertrauen, genug von den wirklich wichtigen Dingen.  Als neuer Superintendent freue er sich auf alle nun bevorstehenden Begegnungen und auf die gemeinsamen Schritte, die der Kirchenkreis etwa nach den Presbyteriumswahlen am 1. März gehen werde.

Auf dem anschließenden Empfang in der Wiehler Stadthalle lauschten ca. 500 geladene Gäste vielen Grußworten unter anderem auch von unserem Bischof. Er bedauerte den Wechsel Michael Brauns mit den Worten: „Deine Fähigkeit zur Analyse, deine Ideen und deine Fähigkeit, einen Kirchenkreis zu leiten, habe ich sehr geschätzt. Schade, dass du gehst.“ Gleichzeitig freue er sich aber, dass ein Pfarrer aus unserer Kirche in ein leitendes Amt in einer anderen Landeskirche gewählt worden sei und wünschte Michael Braun viel Freude und alles Gute in seinem neuen Amt.

Die große Zahl der Redner auch aus dem politischen Bereich und ihre Wertschätzung gegenü ber der kirchlichen Arbeit zeigte die noch tiefe Verwurzelung der Kirche im Gemeinwesen des Bergischen Landes. In seinem neuen Kirchenkreis wird Michael Braun für ca. 80.000 Gemeindeglieder verantwortlich sein. In den persönlichen Gesprächen mit den Angereisten aus dem Oldenburger Land wünschten alle dem neuen Superintendenten viel Erfolg, verbunden mit den Wünschen für ihn und seine Familie, im Bergischen recht bald heimisch zu werden.

Carsten Homann, Fotos Judith Thies

 

Weihnachtskrippe in Bakum

Das Weihnachtsfest ist zwar vorbei, aber die Weihnachtszeit hält noch an. Und so stehen im Oldenburger Münsterland die Krippen noch bis Ende Januar in den Kirchen. Hier haben kunstvolle Krippen eine lange Tradition und werden mit viel Liebe zum Detail von engagierten Ehrenamtlichen kurz vor Weihnachten aufgebaut.

Eine dieser Krippen steht in der evangelischen Gethsemane-Kirche in Bakum. Das Besondere an dieser Krippe ist ihre Entstehungsgeschichte. Der Gedanke zur Krippe entstand eigentlich aus einem anderen christlichen Fest heraus, dem Osterfest.

Pfarrer Karsten Hilgen und seine Frau Andrea Hilgen Frerichs, ebenfalls Pastorin, erfuhren von sogenannten Egli Figuren. Diese Figuren haben ihren Ursprung in der Schweiz und haben sich dann über den Kontinent verbreitet. Das besondere an ihnen ist die Beweglichkeit ihrer Körperteile und die Tatsache, dass ihre Gesichter konturlos sind: Weder Nase noch Mund oder Augen sind vorhanden. So konzentriert sich der Blick des Betrachters auf das Handeln der Figuren, was ganz im Sinne der Frauen war, die die Idee zu diesen Figuren hatten. Schwester Anita Deurungs, Ordensfrau im Kloster Ilanz in der Schweiz, wollte eine Weihnachtskrippe für die ganze Familie schaffen mit beweglichen Figuren.

Die Figuren sollten in der Chronologie der Weihnachtsgeschichte (Der Engel erscheint Maria – Reise nach Bethlehem – Geburt im Stall – Flucht nach Ägypten – Die heiligen drei Könige usw.) umgestellt werden und mussten deshalb auch beweglich sein, um dem einzelnen Geschehen die nötige Authentizität zu geben.

In Bakum wollte man aber zunächst einen Ostergarten mit diesen Figuren schaffen. Um diese Figuren zu schaffen, brauchte man aber die Anleitung von ausgebildeten Referentinnen. Und was das Pastorenehepaar nicht für möglich gehalten hatte, gelang: Es kamen ausreichend Spenden zusammen (eine Figur kostet immerhin 100 Euro) und es fanden sich 14 Frauen, die an zwei Tagen ohne Unterbrechung 12 Stunden 28 Figuren unter Anleitung schufen.

Schon bald kam die Idee, mit den Figuren nicht nur die Ostergeschichte darzustellen, sondern auch die Weihnachtsgeschichte. Und so kann man nun schon seit drei Jahren in der Bakumer Kirche die einzelnen Stationen der Weihnachtsgeschichte nachempfinden. Viele Grundschüler und Kindergartenkinder kommen, um das Wunder von Bethlehem lebensecht und anschaulich zu bestaunen.

Pfarrer Karsten Hilgen und Pfarrerin Andrea Hilgen Frerichs freuen sich über das rege Interesse in Bakum und umzu an ihrer etwas anderen Krippe und sehen darin auch ein ökumenisches Projekt. Die Krippe ist noch bis Ende Januar zu bestaunen.

Carsten Homann

 

 

Neuer Veranstaltungs-Flyer zum „Treffpunkt Apfelgarten“

Ab Januar 2020 finden wieder zahlreiche Veranstaltungen in der Reihe „Treffpunkt Apfelgarten“ statt. Unter dem Motto: „Information und Begegnung, Kultur und Austausch“ wird in das evangelische Gemeindehaus (Am Apfelgarten 3, Lastrup) eingeladen. Geplant sind eine bunte Mischung aus Lesungen, Konzerten und Vorträgen zu aktuellen Themen.
„Wir laden ein zu Begegnung und Gespräch in das evangelische Gemeindehaus in der Straße Am Apfelgarten. Unser Haus ist offen für alle. Die Vortrags- und Musikabende wollen Brücken bauen und das Gespräch miteinander und untereinander befördern“, erklärt Pastor Jürgen Schwartz, der dieses Veranstaltungsformat seit seinem Amtsantritt in Lastrup-Lindern im Februar 2017 betreut.
Der Name „Treffpunkt Apfelgarten“ ergab sich aus dem gleichnamigen Straßennamen, in der die Christuskirche steht.

Den aktuellen Flyer finden Sie hier!
Weitere Informationen gibt es im örtlichen Kirchenbüro und Pfarramt (Tel.: 04472 – 273).

Frank Zanders Idee in Vechta

Bekannt durch die Medien ist das große Gänsebratenessen, zu dem der Sänger und Entertainer Frank Zander seit vielen Jahren in der Adventszeit Bedürftige in ein Hotel in Berlin einlädt. Und in diesem Jahr war es auch in Vechta soweit. Die evangelische Kirchengemeinde lud Menschen in schwierigen Lebenssituationen am dritten Adventssamstag zu einem Mittagessen ins Gemeindehaus ein. 25 Frauen und Männer waren gekommen, um ein gutbürgerliches Mittagessen in Gemeinschaft zu verzehren.

Die Idee dazu war der Küsterin Katalin Debbeler beim Mittagstisch gekommen, den die Kirchengemeinde jeden Mittwoch für zwei Euro im Gemeindehaus für Personen anbietet, die gerne in Gemeinschaft essen und sonst vielleicht alleine leben. „Es sind auch immer welche dabei, von denen ich weiß, dass sie nicht viel zum Leben haben. Und da kam mir die Idee, für diesen Kreis ein Weihnachtsessen zu organisieren.“ Gesagt, getan: Schnell waren Ehrenamtliche gefunden, die mit halfen, den Tisch festlich zu decken, die Kirchengemeinde und das Diakonische Werk übernahmen die Kosten und diejenigen, die man ansprach, freuten sich auf das gemeinsame Essen und kamen. „Wir waren erst unsicher, ob das Angebot angenommen werden würde, freuten uns aber dann über die rege Beteiligung“, strahlt Pfarrerin Ute Clamour über die gelungene Aktion der ev. Kirchengemeinde. Ein Teilnehmer fasste den Erfolg mit den Worten zusammen: „Gerade zu Weihnachten ist so ein gemeinsames Essen eine tolle Sache.“

Carsten Homann

 

Verabschiedung mit einem Überraschungsgast

Bischof Timmerevers richtet persönliche Worte an Pfarrer Scheuer

Die Überraschung war perfekt, als bei der Verabschiedung in den Ruhestand von Pfarrer Wilfried Scheuer am ersten Adventssonntag in der Visbeker Emmauskirche Bischof Heinrich Timmerevers aus Dresden mit in die Kirche einzog, waren beide doch lange Jahre in Visbek als Gemeindepfarrer tätig, bevor Heinrich Timmerevers zunächst bischöflicher Offizial in Vechta wurde und 2016 zum Bischof des Bistums Dresden Meißen ernannt wurde.

Fast 34 Jahre war Wilfried Scheuer Pfarrer in Visbek und in allen Ansprachen und Grußworten kam die große Wertschätzung und der Respekt für das, was der 64jährige in Visbek geleistet hat, zum Ausdruck. Bevor er ihn offiziell mit Urkunde in den Ruhestand versetzte, würdigte Bischof Adomeit noch einmal Scheuers Wirken in Visbek. Er beschrieb ihn als einen freundlichen und den Menschen zugewandten Pfarrer, der mit „leisen Tönen“, aber konsequenter Beharrlichkeit seine Gemeinde gestaltet habe. Im Zentrum seines Tuns habe immer Gottes Wort und seine Verkündigung gestanden, was die Menschen gespürt hätten. Adomeit erinnerte noch einmal an den Werdegang von Wilfried Scheuer, der zunächst so gar nichts mit dem Pfarrberuf zu tun hatte: Geboren in Wilhelmshaven, machte er zunächst eine Ausbildung zum Steuerberaterfachgehilfen. Doch eine ehrenamtliche Ausbildung zum Lektor änderte seinen Lebensweg. „Bei der Lektorenausbildung habe ich für die Kirche Feuer gefangen“, beschreibt er seine Wandlung und studierte daraufhin Theologie in Wuppertal und Göttingen. Sein Vikariat machte er in Wildeshausen und bei einer Suchtberatungsstelle in Oldenburg und der Suchtklinik der Diakonie in Ahlhorn. Anfang 1986 übernahm er dann die Predigtstellen in Visbek und Langförden mit damals 1000 Gemeindegliedern, die heute auf 1900 angewachsen sind. In seine lange Zeit in Visbek und Langförden fallen viele Ereignisse, die die Gemeinde voran gebracht haben: Der Neubau der Emmauskirche in den 90ziger Jahren, die Überführung der alten Bartningschen Kirche nach Litauen, die Freundschaft zur ev. Kirche in Litauen, der Bau einer  Friedhofskapelle auf dem Visbeker  Friedhof, die Gründung der VILA Stiftung und vieles andere. Bei all diesen Maßnahmen wirkte Wilfried Scheuer als „Spiritus rector“ mit. Aber auch Langförden, der kleinere Teil der Gemeinde, lag ihm am Herzen: Hier begleitete er Baumaßnahmen wie den Bau des Glockenturmes und die Grundsanierung des Gemeindehauses. Besonders lag ihm genau wie in Visbek die Vertiefung des ökumenischen Dialogs am Herzen. So wird allen Langfördenern der Abend der 1000 Lichter in lebendiger Erinnerung bleiben, als mit einer Lichterprozession von der katholischen zur evangelischen Kirche gelebte Ökumene praktiziert wurde.

Ebenfalls wirkte er an der Gründung der ökumenischen Bibelgespräche maßgeblich mit.

Auch in Visbek war ihm in den 34 Jahren seines Wirkens die Ökumene eine Herzensangelegenheit. Erinnert sei an das Evangeliar, das von 99 katholischen und evangelischen Christen geschrieben worden ist und seither im Rahmen eines besonderen Gottesdienstes jährlich zwischen der Emmaus Kirche, der katholischen St. Vitus Kirche und der katholischen Kirche in Rechterfeld wechselt. Am Entstehen dieses Werkes waren in besonderem Maße die beiden Pfarrer Scheuer und Timmerevers beteiligt. Auch dieser tiefen ökumenischen Verbundenheit wegen hatte der Bischof von Dresden und Meißen den weiten Weg auf sich genommen, um an der Verabschiedung teilzunehmen. In sehr persönlichen Worten dankte Heinrich Timmerevers Wilfried Scheuer für die langjährige fruchtbare Zusammenarbeit. Sie habe ihm im Gespräch mit seinem im Du verbundenen Amtsbruder neue Wege der Ökumene aufgezeigt ohne Trennendes zu verwischen. Im Andenken an diese für ihn fruchtbare Zeit der Zusammenarbeit stehe jetzt in seinem Amtszimmer in Dresden eine Miniatur des Kreuzes aus der Emmauskirche, das damals ein Geschenk an ihn war.

In seiner Predigt legte Pfarrer Wilfried Scheuer dann den Predigttext des ersten Adventsonntages aus dem Römerbrief des Apostels Paulus dahingehend aus, dass gerade die Adventszeit uns Christen dazu auffordere, Gottes Gesetz der Nächstenliebe zu praktizieren. Diese Botschaft im Trubel der Weihnachtsmärkte und des Kaufrausches nicht zu vergessen und dem Nächsten mit seinen Nöten und Sorgen zugewandt zu bleiben, sei für uns Christen wichtiger denn je.

Bischof Adomeit bedankt sich bei Wilfried und Marlies Scheuer

Bischof Adomeit dankte aber auch der Familie von Wilfried Scheuer, wisse er doch darum, dass das Leben in einem Pfarrhaus nie Privates von Beruflichem trennen könne und den Angehörigen oft viel abverlange. Er freue sich, dass Marlies Scheuer und die beiden Kinder Martin und Gesine immer an der Seite ihres Mannes und ihres Vaters gestanden hätten und so zum Gelingen seiner Gemeindearbeit beigetragen haben.

Beim anschließenden Empfang im Saal Diekhaus setze sich der Reigen der anerkennenden und wertschätzenden Worte fort. Bürgermeister Meyer lobte die gute Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde. Man habe vieles auf den Weg gebracht, was ohne Pfarrer Scheuer mit seiner ruhigen und ausgleichenden Art nicht möglich gewesen wäre. Pfarrer Lücker von der katholischen Gemeinde erinnerte noch einmal an die ökumenischen Aktivitäten. Doris Fangmann als Vorsitzende des Gemeindekirchenrates fasste alle Redebeiträge der Anerkennung und Wertschätzung zusammen mit der Übergabe eines Abschiedsgeschenkes in Form einer Stele, die Komponenten seines Tuns beinhaltet: Die Bibel, die Kirche und alles, was Pfarrer Wilfried Scheuer für Visbek und Langförden bewirkt hat.
Seine Nachfolger, das Pfarrerehepaar Hilgen-Frerichs, bisher in Bakum und Dinklage tätig, werden ab 2020 seine Nachfolge antreten.

Carsten Homann

 

Kreissynode tagte außerplanmäßig

Pfarrer Oliver Dürr liefert einen Diskussionsbeitrag. Am Rednerpult Kreispfarrer Braun

Zu einer außerplanmäßigen Kreissynode kamen die Synodalen des Kirchenkreises im Ev. Johannesstift in Vechta zusammen, um über das Pfarrstellenverteilungskonzept 2030 zu beraten und abzustimmen, das für die Zukunft den Einsatz von Pfarrerinnen und Pfarrern in unserem Kirchenkreis regelt.

Die Synode wurde mit einer Andacht eröffnet, die Kreispfarrer Braun hielt und in der er anhand der Textstelle aus der Offenbarung „Siehe, ich mache alles neu“ auf die großen Veränderungen einging, die auf den Kirchenkreis durch das neue Pfarrstellenverteilungskonzept zukomme. Auch sein Weggang in die rheinische Kirche sei sowohl für ihn als auch für den Kirchenkreis ein Neuanfang. Aber im Vertrauen auf Gottes Wort sehe er mit großer Hoffnung und Optimismus in die Zukunft.

Das anschließende Grußwort von Frau Oberkirchenrätin Marwick beschäftigte sich ebenfalls mit dem Konzept, das große Veränderungen auch in den anderen Kirchenkreisen zur Folge haben wird. Sie hob das gedeihliche Zusammenwirken der verschiedenen Ebenen hervor und betonte, dass nach ihrer Wahrnehmung die Planungen vielerorts nicht als „Muss“ empfunden würden, sondern als Aufbruch, etwas Neues zu wagen. Für dieses Engagement danke sie im Namen des Oberkirchenrates allen und hoffe somit auf ein gutes Gelingen.

Im Anschluss standen dann die Beratungen über das Pfarrstellenverteilungskonzept 2030, das in den Monaten zuvor von einer Arbeitsgruppe, die mit Mitgliedern aus allen Kirchengemeinden des Kirchenkreises zusammengesetzt war, auf der Tagesordnung. Das Konzept sieht vor, dass von 19, 5 Pfarrstellen, die dem Kirchenkreis zustehen, 18, 5 Stellen den Kirchengemeinden zugeordnet werden. Durchschnittlich sollen von einer Pfarrstelle 2681 Gemeindeglieder betreut werden, wobei 100 % Pfarrstellen angestrebt werden sollen. Eine Pfarrstelle soll übergemeindlich tätig sein als Vakanzvertretung und für Projekte der Mission und Gemeindegliedergewinnung. Die Synode war sich einig, dass die spürbare Reduktion der Pfarrstellen die Kirchengemeinden in stärkerem Maße dazu verpflichtet mit den Nachbargemeinden zu kooperieren, denn es ist nicht immer möglich, die durchschnittliche Gemeindegliederzahl genau auf die einzelnen Pfarrstellen aufzuteilen. So entstehen Unter- und Überversorgungen, die in gemeinschaftlichem Miteinander ausgeglichen werden sollen. Ein Antrag, der hier mehr Verbindlichkeit einforderte, fand keine Mehrheit.

Ebenso wurde der Antrag abgelehnt, bei der Kreispfarrerstelle es den Beschlussorganen zu ermöglichen, die Anteile für die Kirchenkreisarbeit entweder auf 75 % oder 50 % festzulegen. Es blieb bei der Beschlussvorlage der Arbeitsgruppe, die Teil des Pfarrstellenverteilungskonzeptes ist, dass der Kreispfarrer zu 75 % im Kirchenkreis und zu 25 % in einer Kirchengemeinde tätig sein wird.

Nach angeregter Diskussion wurde das Pfarrstellenverteilungskonzept 2030 mit überwältigender Mehrheit angenommen. Kreispfarrer Braun dankte allen für ihr großes Interesse, das gute Miteinander und sah den Kirchenkreis auf einem guten Weg in das kommende Jahrzehnt.

Die Kreissynode wählte in den Berufungsausschuss für die Wiederbesetzung der Kreispfarrstelle Pfarrerin Martina Wittkowski, Thorben Andres, Almut Härtel und Christine Wagner.

Zum Abschluss der Synode dankte der stellvertretende Kreispfarrer Andreas Technow dem scheidenden Michael Braun für sein großes Engagement in seiner 25jährigen Tätigkeit als Kreispfarrer. Michael Braun freute sich in seinen Abschiedsworten über die große Lebendigkeit des Kirchenkreises und lobte die die konstruktive Zusammenarbeit in seiner Zeit als Kreispfarrer.

Carsten Homann

 

Weihnachten in der Diakonie

„The same procedure as every year“ heißt es in dem sicherlich allen bekannten Sketch „Dinner for one“, der alljährlich zu Silvester in den dritten Programmen unseres öffentlich rechtlichen Fernsehens ausgestrahlt wird. 
„The same procedure as every year“ so wird es auch 2019 in der Diakonie in der Marienstraße in Vechta heißen – aber nicht erst zu Silvester, sondern schon ab Mitte November. Dann kommen sie wieder, von denen Jesus sagt:  „Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“  Und in der Tat tragen sie alle nicht ihr Päckchen, sondern meistens einen kiloschweren Sack, der sie vor Weihnachten mehr zittern lässt als es als ein Fest der Freude zu empfinden, gäbe es nicht die Diakonie hier im Kirchenkreis. Für sie ist es nicht „Endstation Hoffnung“, sondern ein Ort, mit dem sie mehr verbinden als die Zahlstelle einer Weihnachtsbeihilfe: Die Diakonie setzt ein Licht in die eher dunkle Seite ihres Lebens durch die vorbehaltlose Annahme ihrer Person und ihrer Sorgen, die sie anderswo vielleicht nicht so empfangen.  Weihnachten in der Diakonie heißt hauptsächlich auch zuhören, hören auf die Geschichten vom kranken Kind, vom plötzlichen Alleinsein nach Trennung, von den Problemen als Alleinerziehende mit den Kindern, aber auch von den materiellen Nöten, die besonders zur Weihnachtzeit deutlich und sichtbar werden. Und so leisten die Mitarbeiter der Diakonie beides: Emotionale Entlastung durch die Annahme, aber auch Freude schenken hauptsächlich für die Kinder, wenn die Hilfe Suchenden (meistens sind es Frauen) die Diakonie dann mit einer Geldspende verlassen.
„Was uns unsere Arbeit sehr erleichtert, sind die mannigfaltigen Spenden unserer Gemeindemitglieder gerade zur Weihnachtszeit. Es ist toll, wie viele Kirchengemeinden, aber auch viele einzelne Privatpersonen Anteil nehmen an der Not unserer Klienten. Dafür an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön allen, die unsere Arbeit unterstützen“, freuen sich Martina Fisser und Margret Reiners Homann von der Diakonie im Kirchenkreis Oldenburger Münsterland.

Carsten Homann

Kreispfarrer Michael Braun
wechselt
 aus dem Oldenburger Münsterland

Kreispfarrer Michael Braun verlässt zum 01.02.2020 den evangelischen Kirchenkreis Oldenburger Münsterland und wechselt in die rheinische Kirche.

Michael Braun war ab 1996 Vikar in Lohne gewesen und hatte 2001 seine erste eigene Pfarrstelle in Löningen übernommen, wo er zusätzlich 2004 zum Kreispfarrer des damaligen Kirchenkreises Cloppenburg und nach der Fusion der beiden evangelischen Kirchenkreise Cloppenburg und Vechta zum Kreispfarrer des Kirchenkreises Oldenburger Münsterland gewählt wurde. Daneben war er zunächst in der Kirchengemeinden Lohne und dann in Emstek – Cappeln mit einem Gemeindeanteil tätig.

Außerdem vertrat Braun den Kirchenkreis seit 2007 in der Synode (Parlament) der Evangelisch – Lutherischen Kirche in Oldenburg und war Mitglied in der oldenburgischen Kirchenleitung.

„Mit großer Dankbarkeit“, so Braun, „schaue ich auf diese Zeit zurück. Viele guten Begegnungen und Kontakte darf ich mit auf den Weg nehmen. Aber alles hat seine Zeit –  und deswegen ist es im Leben  gut und wichtig, zur rechten Zeit auch Abschied zu nehmen“, bemerkte er in Anspielung auf Prediger 3.

Der evangelische Kirchenkreis Oldenburger Münsterland zeichnet sich durch wachsende Gemeindegliederzahlen aus. In den letzten Jahren konnten das Kindertagesstätten-, Jugend-  und das diakonische Angebot ausgebaut werden. In Vechta entstand eine neue Kantorei, die durch begeisternde Konzerte auf sich aufmerksam macht.

In die Amtszeit von Kreispfarrer Braun fiel als ein besonderer Höhepunkt das Reformationsjubiläum 2017 mit vielfältigen Aktivitäten.

Braun zeigte sich zuversichtlich, dass sich eine gute Nachfolgerin oder ein guter Nachfolger zeitnah finden wird. Dazu wird die Kreispfarramtsstelle in enger Zusammenarbeit mit der Ev. – Luth. Kirche in Oldenburg 2020 ausgeschrieben. Zuständig für die Wahl einer neuen Kreispfarrerin, eines neuen Kreispfarrers ist dann die Kreissynode des Kirchenkreises, in der Vertreter aller 20 Kirchengemeinden des Oldenburger Münsterlandes zusammenkommen.

„Dieser neue Weg liegt in Gottes Hand gut und sicher geborgen. Ich wünsche der neuen Kreispfarrerin, dem neuen Kreispfarrer bei seiner Arbeit genauso viel Freude, Begeisterung, und wunderbare WeggefährtInnen, wie ich erleben durfte, vor allem aber Gottes Segen und Nähe“, sagte Braun mit dem Blick auf die Zukunft. Er wird  ab dem 01.02.2020 die Stelle eines Superintendenten im Kirchenkreis An der Agger übernehmen.

 

Pfarrkonvent besucht Benediktinerinnenkloster Dinklage

Zu einem besonderen Pfarrkonvent, dem monatlichen Treffen aller Pfarrerinnen und Pfarrer, traf sich am 6. November der Pfarrkonvent des Evangelischen Kirchenkreises Oldenburger Münsterland im Benediktinerinnenkloster Abtei Burg Dinklage.

Im Mittelpunkt dieser ökumenischen Begegnung stand der Austausch über die Obdachlosenarbeit in der Martinsscheune des Klosters. Dort können Menschen ohne eigene Wohnung Unterkunft und Hilfe finden, um ihre konkrete Lebenssituation zu verändern. Diese durch viele Spenden ermöglichte Arbeit bietet so Menschen eine Chance zurück in Arbeit, Wohnung und gesicherte Lebensumstände zu finden.

Im Gespräch mit Schwester Johanna wurden auch die Veränderungen unter den Obdachlosen deutlich, die sowohl über die Martinsscheune, als auch bei vielen Besuchen in den Pfarrämter Kontakt zur Kirche haben.  Der Anteil derjenigen Menschen ist deutlich zurückgegangen, die bewusst ohne festen Wohnsitz leben wollen. Dafür sind immer mehr Menschen obdachlos, die durch eine Sucht oder psychische Probleme ihre Wohnung verloren haben. Umso wichtiger ist Hilfe und Begleitung in konkreten Fällen, wie sie die Martinsscheune bietet.

Der Besuch endete mit einem gemeinsamen Mittagsgebet in der Scheunenkirche der Burg Dinklage.

Michael Braun, Kreispfarrer

Diakonieladen bekommt neues Zuhause

Bauantrag für Anbau am Diakoniebüro soll noch in diesem Jahr gestellt werden

 

Diakoniepfarrer Holger Ossowski, Martina Fisser, Geschäftsführerin des Kreisdiakonischen Werkes Oldenburg Münsterland, Kreispfarrer Michael Braun und Pfarrer Wolfgang Kürschner zeigen, wo der Neubau für den Diakonieladen entsteht.

Cloppenburg, 29.10.2019 – Der Diakonieladen auf dem Gelände des Schwedenheims hat eine lange Tradition. Durch den geplanten Abriss des roten Hauses der Ev. Kirchengemeinde Cloppenburg musste für den Diakonieladen nun ein neues Zuhause gefunden werden. „Wir werden dafür einen Anbau ans Diakoniebüro Cloppenburg machen“, informiert Martina Fisser, Geschäftsführerin des Kreisdiakonischen Werkes Oldenburger Münsterland.

Der Bauantrag für den Anbau soll noch in diesem Jahr an die Stadt Cloppenburg gestellt werden. Bauherr ist das Diakonische Werk der Ev.Luth. Kirche in Oldenburg, das sich mit 20.000 Euro aus Konzessionsmitteln an den Kosten für den Bau beteiligt. Insgesamt sind 150.000 Euro für den Bau eingeplant. 40.000 Euro kommen von der ev.-luth. Kirchengemeinde Cloppenburg und 40.000 Euro bringt das Kreisdiakonische Werk aus einer Rücklage für Baumaßnahmen ein. 50.000 Euro werden finanziert.

Damit ist dieses neue Projekt ein gelungenes Beispiel für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kirchengemeinden, Kirchenkreis und Diakonischem Werk im Oldenburger Münsterland, so Kreispfarrer Michael Braun.

„Der Umzug des Diakonieladens ist notwendig, da das Rote Haus in einem baulichen Zustand ist, der eine Sanierung im Bestand wirtschaftlich unvertretbar macht. Deshalb soll das Rote Haus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden“, informiert Pfarrer Wolfgang Kürschner. Durch die nun getroffene Entscheidung könne die lange Tradition auf dem Schwedenheimgelände in Cloppenburg fortgesetzt werden. „Der Diakonieladen bekommt sehr viel Unterstützung aus der Kirchengemeinde“, betont Kürschner.

Nicht nur in Form von Kleiderspenden. Mit dem Ortskirchgeld 2018 wurde für den Anteil der Kirchengemeinde am Neubau gesammelt und auch mit dem Ortskirchgeld 2019 sammelt die Kirchengemeinde für den Diakonieladen.

 „Wir freuen uns sehr über diese Lösung und werden unser Konzept gemeinsam mit den Ehrenamtlichen der neuen Situation anpassen“, sagt Fisser. Es wird weiterhin gespendete Bekleidung angenommen und gegen einen sehr kleinen finanziellen Beitrag an alle Personen weitergegeben. Der Diakonieladen ist für die Arbeit der Diakonie sehr wichtig, da aus den Einnahmen aus dem Laden die Mittel für die offenen Hilfen erwirtschaftet werden. „Dadurch können wir in Notlagen schnell und unkonventionell helfen“, betont Fisser.

Derzeit sind vier Ehrenamtliche im Laden aktiv. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir noch weitere Ehrenamtliche für den Laden gewinnen könnten“, sagt Fisser. Der Diakonieladen ist dienstags von 10 bis 12 und donnerstags von 15 bis 17 Uhr ist geöffnet. Spenden können in diesen Zeiten oder in den Büro-Zeiten des Diakonischen Werkes abgegeben werden.

Hintergrund: Das Schwedenheim Cloppenburg wurde 1948 von der schwedischen Hilfsorganisation Innereuropäische Mission (heute: Individuelle Menschenhilfe) gegründet, um dort die Bedürftigen – schwerpunktmäßig Geflüchtete und Vertriebene – nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu unterstützen. Nachdem diese Arbeit nicht mehr nötig war, übernahm das Diakonische Werk das Gelände und gab es seinerseits 1980 an die Kirchengemeinde ab. Vom ursprünglichen Gebäudekomplex des Schwedenheims behielt das Diakonische Werk nur die Kleiderkammer, heute Diakonieladen, im Roten Haus in dem sie auch an den Ursprungsgedanken des Schwedenheims anknüpft.

 

Evangelische Kirche berät über Zukunft ihrer Pfarrstellen

Bis zum Jahr 2030 wird auch in der evangelischen Kirche im Oldenburger Land die Anzahl der aktiven Pfarrerinnen und Pfarrer sinken. „Wie in fast allen Berufsfeldern erfährt auch die evangelische Kirche in den nächsten Jahren die Auswirkungen von Fachkräftemangel und weniger werdenden Mitarbeitenden“, so Kreispfarrer Michael Braun. „Die Anzahl der Pfarrerinnen und Pfarrer im Oldenburger Münsterland wird von derzeit 25,5 auf 20,5 Pfarrstellen im Jahr 2030  trotz wachsender Gemeindegliederzahlen sinken. Dazu kommen eventuell noch Sonderseelsorgestellen in den Bereichen Schulpfarramt, Gefängnis- und Krankenhausseelsorge“.

Um sich auf diese Veränderung einzustellen und die Auswirkungen weniger werdender Pfarrerinnen und Pfarrer in gemeinsamer Verantwortung zu tragen, hat nun die Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Oldenburger Münsterland eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um ein Konzept für die Verteilung von Pfarrstellen im Kirchenkreis bis zum Jahr 2030 zu erarbeiten.

Diese Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern aller 20 Kirchengemeinden und von übergemeindlichen Arbeitsbereichen kam am vergangenen Mittwoch, 15. Mai, zu ihrer Auftaktveranstaltung in Garrel zusammen. Erste Überlegungen zur zukünftigen Verteilung wurden dabei angedacht und sollen nun in den Kirchengemeinden vor Ort diskutiert werden. Zwei weitere Treffen der Arbeitsgruppe sind für Juni und August geplant. Ein Ergebnis soll im Herbst vorliegen und anschließend durch die Kreissynode beraten und beschlossen werden. Damit soll noch in diesem Jahr die zukünftige Pfarrstellenverteilung für alle Kirchengemeinden verbindlich geklärt werden.