Herzlich willkommen – Gedanken zur Jahreslosung von Pfarrerin Hiltrud Warntjen

Jesus sagt uns: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Losung für das Jahr 2022. Nachzulesen bei Johannes Kapitel 6 ,Vers 37.

„Du bist hier willkommen, ganz egal, wer Du bist. Ganz egal, wo auch immer Du gerade bist auf Deiner Lebensreise! Willkommen! Komm, schließ Dich uns an! Wir gehören zusammen in der Kirche Jesu Christi.“ So wird jeder und jede begrüßt, der oder die sich im Internet auf die Suche nach der United Church of Christ, einer amerikanischen Kirche macht.

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Herzlich willkommen! Für mich gehört dazu das Bild von Jesus, mit den weit offenen Armen, weit ausgebreitet. Mit dem warmen und offenen Lächeln, das „Willkommen!“ sagt. Mit der Botschaft: Ich bin für Euch da. Und: Ihr seid mir wichtig! Alle sind eingeladen. Zu jedem und jeder sagt Jesus: „Schön, dass Du da bist! Herzlich Willkommen!

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Herzlich willkommen! Hier gibt es, was ich brauche: Lebensbrot, das allen Hunger stillt. Sinn, der allen Lebensdurst erfüllt. Einen Platz, meinen Lebensort, an dem ich ankommen kann. Herzlich Willkommen!“ Alle sind willkommen, keine und keiner wird abgewiesen. Bei Jesus. Ich bin da in meinem Denken oft viel enger als Jesus. Und in meinem Handeln abweisend.

„Herzlich willkommen!“ sagt Jesus den Menschen am See Genezareth. Die erlebten, wie er mit fünf Broten und zwei Fischen Tausende satt machte. Die ihn suchten voller Sehnsucht. Nach Nahrung für ihre Seelen. Und nach der Quelle, die ihren Lebensdurst stillt. Jesus sagte: „Herzlich willkommen, hier gibt es, was Ihr zum Leben braucht!“

„Herzlich willkommen!“ sagt Jesus all den Menschen, die hier und heute auf der Suche nach Sinn und Glück sind. Zu denen, deren Leben oft so seltsam unerfüllt bleibt. Wo der Glaube keine Rolle mehr spielt. Wo Gott ihnen fremd wurde. Jesus sagt: „Herzlich willkommen! In Gottes Nähe findest Du Ruhe und Frieden. Findest Du Vergebung, wenn Du Fehler machtest. Findest Du Liebe, die Dich wachsen lässt. Findest Du Güte, die Dir jeden Tag neu schenkt! Bei Gott ist der Himmel offen. Und Deine Seele wird satt.“

„Herzlich willkommen!“ sagt Jesus allen, die sich auf dem Weg des Lebens verirrt haben. Die eine Chance brauchen, sich neu zu orientieren. Ihr Leben zu verändern. „Herzlich willkommen! Gott sieht in Dein Herz! Lass los, was gestern war. Gestalte das Heute und Morgen aus der Liebe, die Gott Dir schenkt. Hier findest Du Sinn, hier bist Du angenommen.“

„Herzlich willkommen!“ sagte Jesus zur jungen Frau. Die tiefbewegt von ihrem Glauben sang: „Du, Gott, sagst, wer ich bin: Ich bin ein Kind Gottes!“ Und von ihrer Erfahrung, anzukommen in dieser Welt. In der so viele – auch sie – unbehaust sind. Auf der Reise und ohne Heimat: „Da gibt es einen Platz für mich in meines Vaters Haus, wo ich sein kann und zuhause bin.“

„Herzlich willkommen!“ sagt Jesus all denen, die zweifeln und streiten. Die nicht glauben, dass Gott für sie da ist. Dass Gott mit ihnen geht. Deren Herzen verschlossen sind. „Herzlich willkommen! Ich bin da, für Dich. Ich suche mit Dir. Bleibe da. Weise Dich mit Deinen Fragen und Zweifeln nicht ab. Halte Deine Kämpfe aus. Freue mich Deine Offenheit. Für das Mehr des Lebens. Für Gottes Gegenwart. Und für die Weite der Ewigkeit.“

„Herzlich Willkommen!“ sagt Jesus auch Dir und mir, so wie wir sind. Was auch immer wir mitbringen. Wo auch immer wir gerade stehen. Und wie nah oder fern wir uns im Blick auf Jesus fühlen. Jesus sieht uns mit freundlichen Augen an. Breitet weit seine Arme aus. Nimmt uns bei sich auf. Jesus ist da und sagt eben das zu uns: „Herzlich willkommen! Schön, dass Du da bist!“

Jesus begegnet uns Menschen auf Augenhöhe. Sieht in all diesen Begegnungen genau hin. Fragt nach und hört gut zu. Hautfarbe, Geschlecht, Einkommen, Glaube, Ansehen, Krankheit, Gesundheit, Behinderung – all das ist für Jesus nicht entscheidend. Jesus wendet sich jedem Menschen zu so wie sie oder er ist. Lädt uns ein, weit zu denken. Großherzig zu sein und zu handeln. Seinem Beispiel zu folgen.

Das geht nur mit Vertrauen. Das ist für mich die entscheidende Haltung auf dem Weg ins neue Jahr. Und so schließe ich mit einem Gebet:

Du Gott des Anfangs – Segne unsere Worte.
Dass wir einander auch im neuen Jahr Mut zusprechen.
Du Gott des Anfangs – Segne unsere Worte.
Dass wir mit ihnen vergeben und verzeihen.
Du Gott des Anfangs – Segne unsere Worte.
Dass sie uns helfen, einander in Streitigkeiten besser zu verstehen.
Du Gott des Anfangs – Segne unsere Worte.
Dass wir einander guttun. Du Gott des Anfangs – Segne unsere Worte.
Damit wir unser Leben bewusst gestalten.
Du Gott des Anfangs – Segne unsere Worte.
Dass wir von Freude und Dankbarkeit sprechen.
So bitten wir im Namen Jesu.
Amen.

Ev. Schulpfarrer in Cloppenburg. Administrator dieser Website, die im Auftrag des Kirchenkreises erstellt wurde.