Schulabschluss? KI-inderleicht!
„Die neue Arbeitswelt. Wirtschaftskrise und KI-Konkurrenz: Der Alltag im Job wird härter.“ So die Titelgeschichte in DER SPIEGEL Mitte Juni. Dazu das Bild einer Galeere in stürmischem Wasser mit gestressten Angestellten an Bildschirmen und einem Chef mit Peitsche in der Hand. KI als Bedrohung, die Wirtschaft geht den Bach runter, die Zukunft ist düster – dieser schwarzmalerische Sound ist gefühlt zur medialen Dauerbeschallung geworden.
Eine erfrischende Abwechslung begegnete mir nun im Motto der Abschlussklasse der Heinrich-von-Oytha-Schule Altenoythe: „Abschluss? KI-inderleicht!“ Und nicht nur dieses selbstironische Motto war von jugendlicher Leichtigkeit geprägt, sondern die beeindruckenden musikalischen Beiträge und Reden der Abschlussfeier insgesamt. Eine ermutigende Wohltat in Zeiten, in denen ständig katastrophalisiert wird.
Und ja, es gibt Probleme. Etwa dass eine Handvoll Tech-Milliardäre durch KI eine bisher nie dagewesene Macht in ihren Händen halten. Zum einen aber haben all die jungen Menschen, die in diesen Wochen voller Stolz ihren Schulabschluss in Händen halten, auch ein Wörtchen über die Zukunft mitzureden. Und zum anderen: Ganz egal wie mächtig einzelne Menschen auch werden mögen – die Welt in Händen hält nur der Allmächtige. Wie es ein alter Witz deutlich macht:
Eines Tages waren Wissenschaftler so weit, dass sie aus Erde einen Menschen schaffen konnten. Voller Stolz also fordern sie Gott heraus: Wir sind jetzt wie du, Gott, wir können einen Menschen aus Erde erschaffen. Gott antwortete ihnen: „In Ordnung, morgen um 12.00 Uhr treffen wir uns zu einem Wettbewerb und dann sehen wir, wer der bessere Schöpfer ist.“ Der nächste Tag, 12.00 Uhr. Die Menschen machen sich bereit, die Erde liegt auf dem Tisch und sie wollen loslegen. Da donnert Gottes Stimme vom Himmel: „Halt Freunde, das ist gemogelt! Ihr könnt doch nicht einfach meine Erde nehmen! Jeder nimmt gefälligst seine eigene!“
Wer nur düster in die Zukunft blickt, der möge auf den Herrn vertrauen – und sich auf eine Schulabschlussfeier mogeln. Gratulation allen Schulabgängern, Gottes reichen Segen für das nächste Kapitel und uns allen eine kleine Portion jugendliche Leichtigkeit.
Pfr. Johannes Rohlfing, Friesoythe

