Kreissynode beschäftigt sich mit Zukunftsthemen

Die Frühjahrssynode unseres Kirchenkreises in Lohne beschäftigte sich mit dem Themenkreis „Welche Kirche wollen wir sein? Und wie fängt sie heute schon an?“ Zu diesem Thema war der Superintendent des Kirchenkreises Dinslaken der Ev. Kirche im Rheinland, David Bongartz, eingeladen.
Doch zunächst führte Kreispfarrerin Martina Wittkowski Pfarrerin Lina Kohring und Pia Kristin Schäfer in ihr neues Amt für innovative missionarische Impulse und Social Media ein. Die beiden teilen sich für diese Aufgabe eine halbe Stelle neben ihrem Dienst in ihren Gemeinden Löningen und Steinfeld.
Die Kreispfarrerin freut sich darüber, dass die beiden eine frische Brise mit kreativen Gedanken und Impulsen in unsere Gemeinden bringen werden. Wie das aussehen kann, machten Pia Kristin Schäfer und Lina Kohring in ihrer Dialog Predigt deutlich: Es wurden kleine Becher mit Smoothies verteilt und die Gemeinde sollte erraten, welche Zutaten das Getränk beinhaltete. Neben Apfel, Birne, Banane war auch der Grünkohl Bestandteil und er stand dann auch im Mittelpunkt der Predigt. Vieles habe Kirche und Grünkohl gemeinsam, meinten die beiden: Er schafft Gemeinschaft und Frohsinn, er ist robust und widerstandsfähig, aber auch kraftvoll und vitaminreich: Ein wahres Superfood und das sollte unsere Kirche auch sein: Jeder bringt sich ein, wir alle geben unseren Teil, doch das Fundament ist und bleibt Jesus Christus.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Kreisposaunenchor des Oldenburger Münsterlandes unter Leitung von Kreisposaunenwart Florian Kubiczek und Kantor Eberhard Jung.
Erste Schwerpunkte setzten Lina Kohring und Pia Kristin Schäfer in dem neuen Instagram Kanal kom.mit.uns und der Teilnahme an der Dorfpartie im Museumsdorf Cloppenburg im Mai.
Nach dem Gottesdienst berichtete Martina Wittkowski im Gemeindehaus dann über die Ereignisse der letzten Monate im Kirchenkreis und die Fortschritte in der Gestaltung der Entwicklungsräume. Wittkowski betonte, dass sich jetzt schon zeige, dass es gute Teamarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden gäbe, was immer wichtiger würde, weil Pfarrstellen nicht mehr besetzt werden könnten. Erfolge gäbe es auch bei der Bildung von sogenannten interprofessionellen Teams (IPT). Hier könne, wenn eine Pfarrstelle nicht besetzt werden kann, Entlastung geschaffen werden durch die Einstellung von Mitarbeitenden unterschiedlicher Fachrichtungen mit dem Ziel, das Gemeindeleben aufrecht zu erhalten und das Ehrenamt zu entlasten. Anschließend begrüßte sie den Referenten des Abends, David Bongartz.

rechts unsere Protokollantin Karin Rudolph
Der Referent stellt einleitend fest, dass auch die rheinische Kirche die Veränderungen spürt: Alte Konzepte greifen nicht mehr, Traditionen brechen ab, die Mitgliederzahlen gehen zurück. Diesen Herausforderungen setzt die Rheinische Kirche das Konzept der „mixed ecology“ entgegen: Ursprünglich stammt die Idee einer Mixed Ecology Church aus der englischen Kirche. Die Metapher knüpft an die Vielfalt und Vernetzung von Ökosystemen an. Im Deutschen wird Mixed Ecology Church häufig mit „kirchlicher Mischwald“ wiedergegeben. Kirche wird also mit Wäldern verglichen. An diesen zeigt sich gegenwärtig besonders deutlich, wie stark sich eine veränderte Umwelt auswirkt, so leiden zum Beispiel Monokulturen besonders stark unter dem Klimawandel.
Auf die Kirche übertragen bedeutet das: Weg von eingefahrenen Wegen, sondern genaues Hinschauen ermöglicht neues Denken und neue Kreativität. Bongartz erläuterte das wieder am Beispiel des Waldes: Wenn man eine Weile ruhig an einem Platz verweilt und auf die Umgebung schaut, wird man unendlich viel Leben sehen, was einem beim flüchtigen Blick entgangen ist. Wenn man dieses auf die Gemeinde überträgt, wird man feststellen, dass viele Talente unentdeckt in der Gemeinde schlummern, man muss sie nur aktivieren und Neues wagen. Im Kirchenkreis Dinslaken hat man einen dreirädrigen Minikleinlaster, wie man sie aus Italien kennt, zu einem Kaffeeausschank umgebaut und fährt damit auf Marktplätze, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Genauso erfolgreich sind die sogenannten Pop – Up – Hochzeiten, bei denen man sich ohne Anmeldung spontan den kirchlichen Segen holen kann und die ein großer Erfolg waren: „Wir müssen Menschen in Bewegung bringen, Aktionen außerhalb der etablierten Kirchenräume schaffen und so auch Kirchenferne wieder begeistern“, davon ist David Bongartz überzeugt und glaubt fest an eine Zukunft unserer Kirche.

In anschließendenArbeitsgruppen wurden die Aussagen des Vortrages vertieft und festgestellt, dass einiges auch bei uns schon verwirklicht wurde, z.B. die Jugendkirche oder auch die Mitarbeit bei der Dorfpartie im Museumsdorf. Wichtig sei für die zukünftige Arbeit, dass es keine Denkverbote geben dürfte.Und so schloss die Kreissynode mit vielen neuen Anregungen für die Weiterarbeit mit dem Segen der Kreispfarrerin.
Carsten Homann

