Neuer Diakonieladen in Cloppenburg feiert ersten Geburtstag – Ein Beitrag von Martina Fisser, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes OM

Die Sonne lacht und es ist warm in meinem Büro im Diakonischen Werk. Frau K. sitzt mir gegenüber. Sie hat einen viel zu warmen Pullover an und schon ein ganz rotes Gesicht. Offensichtlich ist ihr viel zu warm und sie kann sich nur schlecht auf unser Gespräch konzentrieren. Frau K. kommt regelmäßig zu Gesprächen in die Diakonie. Sie braucht manchmal einfach ein „offenes Ohr“ und möchte von Ihren Sorgen und Nöten erzählen. Im Laufe des Gespräches spreche ich sie auf Ihren viel zu warmen Pullover an. Es ist ihr ein bisschen peinlich, aber sie sagt, dass sie durch ihre Diabetes-Erkrankung zugenommen hat und ihre Pullover und Blusen einfach nicht mehr richtig passen.

In solchen Situationen freue ich mich besonders über unseren Diakonieladen. Am 01.06.2022 feiern wir den ersten Geburtstag unseres neuen Diakonieladens. Das Diakonische Werk Oldenburger Münsterland hat in Cloppenburg schon seit vielen Jahren einen Diakonieladen. Dort arbeiten Ehrenamtliche und verkaufen Bekleidung und kleine Haushaltsgegenstände und Geschirr für einen sehr geringen Preis. Dieses erwirtschaftete Geld fließt dann wieder zurück ins Diakonische Werk. Alle Mitarbeitenden haben die Möglichkeit eine „offene Hilfe“ in einer Beratungssituation an einen Hilfesuchenden weiterzugeben. Dies gibt uns die Möglichkeit schnell und unbürokratisch konkret zu helfen.

Der neue Laden konnte direkt an unser Diakoniebüro in Cloppenburg angebaut werden. Der helle große Raum wirkt einladend und offen. Es sieht aus wie in einem „richtigen Bekleidungsgeschäft“ und Kunden sollen sich dort auch so fühlen. Es wird nicht überprüft, ob ein Kunde auch „bedürftig“ ist. Jede und Jeder kann dort einkaufen.

Die Haltung unserer Ehrenamtlichen ist bei jeder Beratung von Kunden deutlich zu spüren. Die Wertschätzung des Einzelnen und der Umgang sind deutlich von einer christlichen Haltung geprägt. Wir sind stolz auf unseren Diakonieladen und möchten diesen Stolz und diese Freude gerne weitergeben.

Frau K. und ich gehen nach unserem Gespräch in den Diakonieladen. Sie wird dort von unseren Ehrenamtlichen Anna H. gut beraten und findet eine schöne Bluse und ein T-Shirt das gut passt. Sie lächelt als wir uns verabschieden und ich freue mich mit ihr.

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (Matthäus 25,40)