Danke, Margret!

Danke, Margret!

Vor 35 Jahren bist Du ins Oldenburger Münsterland gekommen, wo manches ziemlich anders war, als Du das von der Küste kanntest, direkt hinterm Deich, wo Du aufgewachsen bist. Hier in Vechta hast Du in der Diakonie gearbeitet. Und (nach einer Zeit in Varel) 1993 dann selbst die Leitung des Diakonischen Werks in Vechta in der Marienstraße übernommen.
Diakonie – Hilfe im Namen der evangelischen Kirche. Da sein, ansprechbar sein für Menschen in sozialen Notlagen – im Namen der Kirche, im Namen Jesu und seiner Nächstenliebe. Das ist ein hoher Anspruch…
In all den Jahren bist Du in Deinem Dienst so vielen Menschen begegnet. So vielen Lebensläufen, Schicksalen und Problemen, in denen sich auch die schwierigen Seiten der Entwicklungen unserer Gesellschaft spiegeln. Menschen, die in Schulden geraten waren, immer tiefer, kamen in die Schuldnerberatung. In sozialen Notlagen, welcher Art auch immer, hast Du ein offenes Ohr für die Betroffenen gehabt. Auch schwangere Frauen in Konflikten, die nicht wussten, wie es mit ihrem Leben nun weitergehen sollte, kamen zu dir. Deutsche aus Russland, die hierher übergesiedelt waren und denen noch alles fremd war, besuchten die Aussiedlerberatung. Und später kamen Flüchtlinge. Mit Senioren hast Du Zeit verbracht bei Bildungsveranstaltungen und auf Seniorenreisen. Vermittlung von Mutter-Kind-Kuren, Präventionsprojekte in Sexualpädagogik und Schuldnerberatung, Begegnungen mit Konfirmandengruppen und vieles anderes mehr.
Das hast Du nicht allein getan. Zum einen: Du hast ein Team aufgebaut mit Mitarbeitenden für diese Bereiche. Und Kontakte gepflegt zu Politik, Verwaltung, Behörden, Bildungseinrichtungen, Caritas, Kirchengemeinden, Unterstützern und Spendern.
Das hast Du nicht allein getan. Denn zum anderen: Gott selbst war da. Das meint zumindest der Wochenspruch aus dem 103. Psalm:

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Gott ist da in geistesgegenwärtigem Hören, Handeln und Tun. Er ist da im offenen Herzen und offenen Ohr für einen anderen Menschen. Er ist da im Hoffen, das niemanden aufgibt. Er ist da in Zeichen der Freundlichkeit und Wertschätzung. Er ist da im unverzagten Telefonieren, um in Verhandlungen mit anderen eine Lösung zu finden. Er ist da im richtigen Einfall zur richtigen Zeit.
Ich denke, Du selbst weißt, dass Du, Margret Reiners-Homann, das nicht allein getan hast. Denn Du selbst sagst: „Es war eine wunderbare Zeit. Dafür bin ich einfach nur dankbar.“
In diesen Tagen verabschieden wir Dich aus Deinem langen Dienst in unserer Diakonie in den Ruhestand – wegen Corona wird es nur ein kleines Fest.
Du hast der Kirche und der Diakonie gut getan. Dazu sagen wir: Danke, Margret. Und: Danke, Gott!

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

Andreas Technow, stellvertr. Kreispfarrer

Frank Willenberg

Ev. Schulpfarrer in Cloppenburg. Administrator dieser Website, die im Auftrag des Kirchenkreises erstellt wurde.